Biosiegel

Die Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen einen Einsatz von mindestens10 % Bio. Laut einer aktuellen Untersuchung sind es deutschlandweit nur 3-4 %. Als einziges Bundesland hat Berlin schon 10 % Bio -Lebensmittel in der Schulverpflegung als Standard umgesetzt.

Die Grundidee des ökologischen Landbaus ist die eines ganzheitlichen Konzeptes in Form eines geschlossenen Betriebsablaufes. In diesem Kreislauf sollen auf den vorhandenen Flächen neben den sogenannten Feldfrüchten auch die Futtermittel für die eigenen Tiere angebaut werden.

Die Unterscheidung zwischen ökologischem und konventionellem Landbau lässt sich an 5 Punkten beschreiben. Die Merkmale des ökologischen Landbaus sind:

Vorbeugender Pflanzenschutz:
  • Statt Monokulturen vielfältige Fruchtfolge, um Auslaugung des Bodens zu verhindern, Fruchtbarkeit zu steigern und Schädlingen entgegenzuwirken; Anpflanzung von Hecken, Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten für Vögel, Insekten und andere Nützlinge
Düngemittel:
  • Chemisch-synthetische Dünger sind weitgehend verboten, stattdessen erfolgt der Einsatz organischer Mittel
Futtermittel:
  • Müssen überwiegend aus ökologischer Produktion stammen, bestimmte Futtermittel sind nicht zugelassen
Tierhaltung:
  • Artgerechte Tierhaltung, in der sich die Anzahl der Tiere nach der bewirtschafteten Fläche richtet
Weiterverarbeitung:
  • Erfolgt nach strengen Vorgaben, z.B. sind weniger Zusatzstoffe als im konventionellen Bereich zugelassen, „naturbelassene Lebensmittel“ sollen produziert werden


Ökologischer Landbau schont damit die Ressourcen und hat positive Auswirkungen auf die Umwelt, in dem er zum Schutz von Boden, Wasser, Luft und Biodiversität beiträgt.
Weniger Masse – mehr Klasse. Ein Prinzip der ökologischen Landwirtschaft, das dem Prinzip der Nachhaltigkeit zu Gute kommt.

Die Verwendung von Bio-Lebensmitteln in der Schulverpflegung kann auch zu einer nachhaltigeren Ernährungsweise der Schüler beitragen. Idealerweise werden Themen wie Herkunft der Lebensmittel, Anbau und Verarbeitung oder faire Handelsbeziehungen auch in den Unterricht integriert und die Schüler so für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert.

Doch nicht immer haben Bio-Lebensmittel eine günstigere CO2-Bilanz. Auch regionale Lebensmittel können zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Durch geringe Transportwege und ein saisonales Angebot, bei dem lange Kühlzeiten vermieden werden, wird Energie eingespart. Regionale Produkte sollten somit den Bio-Produkten aus dem Ausland vorgezogen werden.

Und nicht überall, wo Bio draufsteht, ist der Inhalt nach den gleichen Kriterien ökologisch produziert. Es gibt unterschiedliche Siegel, die unterschiedlich definierten Qualitätsstandards genügen.

Von den etwa 21 000 nach der EU-Öko-Verordnung produzierenden Betrieben gehören etwa 11 000 einem der neun deutschen Anbauverbände an. Diese haben eigene Richtlinien, die auf der EU-Öko-Verordnung aufbauen, in einigen Bereichen aber darüber hinaus gehen. Bei der nachfolgenden Beschreibung der Anbauverbände gelten die EU-Vorgaben als selbstverständlich und grundlegend und werden nicht noch einmal extra aufgeführt.

Zum Beispiel bestehen Unterschiede bei der Verarbeitung von Milch und Milcherzeugnissen und in der Verwendung von Zusatzstoffen.
So ist das Ultrahocherhitzen und Sterilisieren von Milch und Milcherzeugnissen nach der EU-Öko-Verordnung generell gestattet, bei den Anbauverbänden ist das Ultrahocherhitzen teilweise erlaubt, Sterilisation aber bei allen verboten. Ähnliches gilt für den Einsatz von natürlichen Aromen, Nitritpökelsalz und Carrageen. Während in der EU-Öko-Verordnung der Einsatz zulässig ist, ist bei allen Anbauverbänden Carrageen verboten, die Verwendung von natürlichen Aromen und Nitritpökelsalz ist hingegen wieder unterschiedlich geregelt.

Allen Anbauverbänden gemein ist, dass der gesamte Betrieb ökologisch bewirtschaftet wird. In der EU-Öko-Verordnung ist auch ein Nebeneinander von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft möglich.

Die Beschreibungen der einzelnen Verbände und deren Richtlinien haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie sollen vielmehr vergleichend die Unterschiede herausstellen.


Details verbergen für EU-Bio-LogoEU-Bio-Logo

Seit dem 01.07.2010 gibt es das neue Bio-Logo der EU. Es kennzeichnet Produkte, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert werden. Diese Verordnung beschreibt bestimmte Mindeststandards, die jedoch von den meisten anderen Verbänden, deren Siegel weiter unten vorgestellt werden, übertroffen werden.
Zum Beispiel dürfen Lebensmittel nach der Verordnung als biologisch bezeichnet werden, wenn sie zu mindestens 95 % aus ökologisch erzeugten Zutaten bestehen. Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) dürfen nicht verwendet werden. Auch nicht Produkte, die aus solchen hergestellt wurden. Allerdings wurde eine Toleranzgrenze von 0,9 Prozent festegelegt, da es zu versehentlichen Verunreinigungen kommen könnte.
Es gibt eine strenge Beschränkung von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Auch dadurch sollen die natürlichen Wasserressourcen bewahrt und der Oberflächenabfluss eingedämmt werden. Durch weitere Maßnahmen, wie Heckenanpflanzung, sollen Kulturlandschaften verbessert und erhalten werden.
Eine artgerechte Tierhaltung muss eingehalten werden. Vorgegeben ist unter anderem, dass keine Spaltenböden als Liegeflächen dienen dürfen und eine angemessene Unterbringung mit ausreichender Belüftung erfolgen muss. Tiere sollten dauerhaften Zugang zu Weideflächen haben. Es darf keine Verstümmelung von Hörnern, Schnäbeln und Schwänzen erfolgen. Die verwendeten Futtermittel müssen größtenteils aus biologischen Rohstoffen sein, für Wiederkäuer müssen mindestens 50 % vom eigenen Hof stammen, insgesamt dürfen maximal 5 % aus konventionellem Anbau stammen. Die Anwendung von Wachstumsverstärkern ist verboten und bevorzugte Heilbehandlungen sind Homöopathie und Phytotherapie. Zudem ist die maximale Tieranzahl pro Hektar auf 230 Hennen, 580 Hähnchen oder 14 Mastschweine begrenzt.
In der Verarbeitung kommen weder künstliche Farbstoffe noch Süßstoffe wie Saccharin oder Aspartam zum Einsatz. Zugelassen sind insgesamt 47 Zusatzstoffe gegenüber etwa 300 in konventionellen Produkten. Natürliche Aromen und Nitritpökelsalz sind zulässig,
An Verpackungen gibt es keine konkreten Anforderungen.



Details verbergen für Staatliches Bio-SiegelStaatliches Bio-Siegel

In Deutschland werden seit 2001 Lebensmittel, die nach der EU-Öko-Verordnung hergestellt werden, mit diesem Zeichen gekennzeichnet. Daher hat es einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Richtlinien entsprechen der EU-Verordnung. Seit Einführung des einheitlichen EU-Bio-Logos wird es freiwillig weiterhin verwendet.

Die Anbauverbände haben als Voraussetzung die EU-Öko-Verordnung. Daher ist zusätzlich zu dem jeweiligen Verbandslogo auch das Eu-Bio-Logo oder auch das staatliche Bio-Siegel zu finden.



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Heute ist Bioland der bedeutendste Anbauverband der ökologischen Landwirtschaft, mit über 5000 Landwirten und über 900 Lebensmittel-Herstellern.
Die strengen Bioland Richtlinien gehen in vielen Bereichen über die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung heraus. So müssen Bioland-Produkte zu 100 % aus ökologischem Anbau stammen.
Im Düngemittelbereich sind die Höhe der gesamten Stickstoffdüngung sowie der Zukauf von Stickstoffdüngern begrenzt. Düngemittel aus konventionellen Betrieben sind weitgehend verboten. Dünger, die aus Tiermehl bestehen, sind ebenfalls nicht zugelassen.
Ein wichtiges Kriterium der Anbauverbände ist die Tierhaltung. Bioland liegt mit der maximalen Tieranzahl pro Hektar weit unter EU-Vorschriften. Das Tierfutter für alle Tierarten muss zu 50% vom eigenen Hof stammen. Fischmehl ist als Futtermittel generell nicht zugelassen. Wiederkäuer werden im Sommer überwiegend mit Grünfutter gefüttert.
Als Pflanzenschutzmittel darf Kupfer in geringerem Maße verwendet werden.
Im Gemüseanbau sind Torfeinsatz und Beheizung von Gewächshäusern beschränkt. Im Pilzanbau muss das Substrat zu 100 % aus biologischer Erzeugung stammen.
In der Verarbeitung sind bei Bioland 22 Zusatzstoffe zugelassen, auf der Negativliste steht unter anderem Nitritpökelsalz. Werden Produkte mit der Bezeichnung „Vollkorn“ versehen, müssen sie aus 100 % Vollkorn bestehen. In der Verarbeitung von Milch und Milchprodukten ist die Sterilisation nur für die Herstellung von Kaffeesahne-Produkte erlaubt, Bergkäse und Emmentaler müssen aus Rohmilch hergestellt werden.
Für Verpackungen gilt das allgemeine Verbot für PVC, Aluminium darf nur nach ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden. Mehrwegverpackungen sind Einwegverpackungen vorzuziehen.




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Neben der internationalen Arbeit sind die Sozialrichtlinien, die in den Naturland-Richtlinien fest verankert sind, ein Unterscheidungsmerkmal. Sie beschäftigen sich mit der sozialen Verantwortung gegenüber allen Beschäftigten. Daneben regelt Naturland Bereiche, die von der EU-Öko-Verordnung nur teilweise abgedeckt sind, wie zum Beispiel die nachhaltige Fischerei.
Heute bewirtschaften etwa 2400 Naturland Betriebe rund 180.000 Hektar in Deutschland.
Die Menge der Stickstoffdüngung und der Zukauf von organischem Dünger ist begrenzt. Geflügelkot, Gülle und Jauche aus konventioneller Tierhaltung sind ebenso wenig zugelassen wie Tiermehle.
Die begrenzte Tieranzahl pro Hektar liegt auch hier deutlich unter den Zahlen der EU-Öko-Verordnung. In der Geflügelhaltung müssen die Tiere ganzjährig Auslauf ins Freie haben, bei schlechten Witterungsverhältnissen gegebenenfalls zu einem überdachten Außenbereich.
Mindestens 50 % der Futtermittel müssen aus eigener Produktion stammen, Rindern muss im Sommer Grünfutter angeboten werden. Somit ist eine ganzjährige Fütterung mit Silage verboten.
Was die Aquakulturen betrifft, so sind die Besatzdichten nach Naturland-Richtlinien wesentlich geringer als nach EU-Richtlinien.
Im Gemüseanbau ist der Einsatz von Kupfer-Salzen als Mittel gegen Pilzkrankheiten begrenzt. Kulturen ohne Erde oder auf Substratbasis sowie Sack- und Containerkulturen sind nicht erlaubt. Das Pilzsubstrat muss zu 100 % aus ökologischer Erzeugung stammen.
Bei der Verarbeitung sind insgesamt sind nur 21 Zusatzstoffe zugelassen. Es existieren zudem Regelungen für die Verarbeitung spezieller Produkte. Zum Beispiel sind bei Fleisch- und Fleischwaren der Einsatz von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen nicht zulässig, Nitritpökelsalz darf bei entsprechender Kennzeichnung verwendet werden. Die Herstellung von Analogkäse ist explizit verboten. Bei Brot- und Backwaren ist der Einsatz von Aromen nicht zulässig. Die Bezeichnung Vollkorn dürfen nur Produkte tragen die aus 100% Vollkorn bestehen. Teigwaren, die als eifrei bezeichnet werden, dürfen kein Ei oder Bestandteile daraus enthalten.

Seit 2010 gibt es zusätzlich das Naturland Fair-Zeichen, für das sich Naturland-Betriebe weltweit freiwillig zusätzlich zertifizieren lassen können. Es beinhaltet folgende Punkte: Soziale Verantwortung, verlässliche Handelsbeziehungen, faire Erzeugerpreise, regionaler Rohstoffbezug, gemeinschaftliche Qualitätssicherung, gesellschaftliches Engagement, Unternehmensstrategie und Transparenz. Durch Naturland-Fair-Produkte werden Synergie-Effekte geschaffen, um die ökologische und faire Land- und Lebensmittelwirtschaft weltweit zu fördern.



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Inspiriert durch Rudolf Steiner wird der Hof als ein lebendiger und einzigartiger Organismus verstanden, weshalb der Verband, als einziger, seinen Betrieben Tierhaltung vorschreibt. Bereits 1924 hielt Steiner Vorträge zu den „geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ und bewegte Landwirte dazu, neue Wege zu gehen. 1928 wurde das Demeter-Warenzeichen eingeführt.
Ein besonderes Merkmal des Demeter-Verbandes ist die spirituelle Sicht auf die Landwirtschaft. Zum Beispiel werden kosmische Kräfte mit Hilfe von biologisch-dynamischen Präparaten aus Heilkräutern, Mineralien und Kuhdung gesammelt und als Düngung auf die Nutzfläche ausgebracht. Die nach Demeter betriebene Landwirtschaft bezeichnet sich daher auch als biologisch-dynamisch.
1400 Landwirte bewirtschaften zurzeit über 50 000 Hektar in Deutschland.
Im Pflanzenschutz sind geringe Kupfermengen nur in Dauerkulturen zugelassen, jedoch nicht bei Tomaten und Kartoffeln.
In der Kuhhaltung ist das Enthornen verboten.
Auch bei diesem Verband sind die Anforderungen an die Futtermittel hoch, 100 % Bio und davon mindestens 50 % müssen vom eigenen Hof stammen. Zudem müssen mindestens 80 % für Wiederkäuer bzw. 50 % insgesamt in Demeter-Qualität sein. Hohe Mengen an Grünfutter in der Sommerzeit sind Voraussetzung.
Auch hinsichtlich der Verwendung von Saatgut gelten strengere Regeln. Im Getreideanbau sind so weder Hybridsorten, noch Sorten aus Zellfusionstechnik erlaubt.
Regionale Schlachthöfe, die nicht mehr als 200 km entfernt sind, sind vorzuziehen.
In der Verarbeitung sind Nitritpökelsalz und natürliche Aromen generell verboten. Vollkornprodukte müssen zu 100% aus Vollkorn bestehen. Insgesamt sind nur 14 Zusatzstoffe erlaubt, deren Verwendung zumeist an bestimmte Produkte gekoppelt ist.




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Biokreis
Der Verband wurde 1979 in Passau gegründet. Heute sind etwa 900 landwirtschaftliche Betriebe und 80 Verarbeiter aus fast allen Bundesländern darin organisiert. Biokreis bezeichnet sich als „Verband bäuerlicher ökologischer Landwirtschaft, regionaler Direktvermarkter und engagierter handwerklicher Lebensmittelverarbeiter“.
Ab 2011 wird das neue, gelb unterlegte Logo offiziell eingeführt. Zusätzlich kann das Siegel „regional und fair“ verliehen werden, wenn lokale Strukturen und sozial gerechte Bedingungen in besonderem Maße gefördert werden.
Zu den Unterschieden zwischen den EU-Richtlinien und denen von Biokreis gehören auch hier Begrenzungen hinsichtlich der Stickstoffdüngung und des Zukaufs von Düngemitteln. Tiermehle sind hier ebenso verboten wie Dünger aus konventionellen Berieben.
Bei der Tierfütterung wird zwischen den Arten unterschieden. Während Rinder 100 % Bio-Futter erhalten müssen, darf bei Schweinen und Geflügel auf bis zu 5 % konventionelles Futter ausgewichen werden. Eine ganzjährige Silagefütterung ist verboten.
Was die Tierhaltung betrifft, so ist der Auslauf für Legehennen (bei schlechter Witterung in einem Wintergarten) strenger geregelt. Wie in anderen Verbänden ist die Anzahl der Tiere pro Hektar deutlich geringer als in der EU-Öko-Verordnung vorgeschrieben. Zudem sind die Gesamtbestände begrenzt. Zum Beispiel darf ein Biokreis-Betrieb maximal 100 Milchkühe oder 100 Mutterschweine halten.
Im Ackerbau ist vorgeschrieben, mindestens 30 % Hülsenfrüchte einzusetzen, um einen optimalen Nährstoffgehalt des Bodens zu gewährleisten. Der Einsatz von Kupfer als Pflanzenschutzmittel ist begrenzt. Erdenlose Kulturen sind verboten.
In der Verarbeitung ist Nitritpökelsalz in begrenzten Mengen für Fleischerzeugnisse zugelassen. Die Herstellung von Formfleisch ist verboten.



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Biopark
Zum Biopark-Verband gehören heute etwa 700 Beriebe, die 140.000 Hektar in 15 Bundesländern bewirtschaften. Als Besonderheit gilt, dass viele der Betriebe (etwa 300) Flächen in Naturschutzgebieten nutzen.
Um die Bodenqualität auf natürliche Weise zu fördern, müssen 20 % Hülsenfrüchte angebaut werden. Auch bei Biopark-Betrieben ist eine Düngung mit Tiermehlen verboten. Mist, außer Geflügelmist, darf jedoch in Ausnahmefällen auch aus extensiver konventioneller Haltung verwendet werde. Im Gemüseanbau gelten geringere Maximalwerte für den Stickstoffeinsatz. Gemüseanbau ist nur auf Erde erlaubt. Die Verwendung von Kupfer ist begrenzt.
In der Tierhaltung sind Zugang zum Freien und maximale Besatzdichte für jede Tierart geregelt. Allerdings richtet sich die Tieranzahl pro Hektar Fläche nach der EU-Öko-Verordnung. In der Fütterung ist eine ganzjährige Silagefütterung verboten. Mindestens 50 % des Futters muss vom eigenen Betrieb stammen. Der Anteil konventioneller Futtermittel darf bei Wiederkäuern bis zu 5 %, bei Schweinen und Geflügel in Ausnahmefällen bis zu 15 % betragen.
In der Verarbeitung sind 21 Zusatzstoffe zugelassen. Es darf kein Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt werden. In der Fleischverarbeitung sind Nitritpökelsalz in geringen Mengen zulässig, müssen aber eindeutig gekennzeichnet werden. Auch bei Biopark ist die Herstellung von Formfleisch verboten.
Teigwaren dürfen nur als eifrei bezeichnet werden, wenn sie vollständig ohne Ei hergestellt wurden.



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Der Verband Ecoland wurde 1997 von Hohenloher Bio-Bauern gegründet.
Als Düngemittel aus konventionellen Betrieben sind nur Rindermist, Schafs- und Ziegenmist, Pferdemist, verbunden mit der Auflage einer Aufbereitung und mindestens 3-monatiger Rottezeit erlaubt. Tiermehl ist nicht zulässig. Der Einsatz von Kupfer und Stickstoff ist begrenzt. Gesonderte Werte bestehen u. a. für Gemüsebau und Obstbau.
Auch bei Ecoland müssen mindestens 50 % der Futtermittel vom eigenen Hof stammen. Bei Geflügel und Schweinen darf bis zu 5 % aus konventionellem Anbau stammen. Fischmehl darf eingesetzt werden, jedoch ausschließlich bei der Jungtieraufzucht von Geflügel.
Rinder dürfen nur unter dem Ecoland-Siegel vermarktet werden, wenn sie auch auf einem Ökohof geboren worden sind. Weidegang für Milchkühe ist vorgeschrieben. Die Transportzeit zum Schlachthof darf max. 4 Stunden betragen und die Transportentfernung darf 200 km nicht überschreiten.
In der Verarbeitung sind nur Aromaextrakte zulässig, jedoch kann bei bestimmten Produkten der Einsatz natürlicher Aromen beantragt werden. 23 Zusatzstoffe sind insgesamt zugelassen. Bei Fleisch- oder Wurstwaren, die mit Nitritpökelsalz hergestellt wurden, dürfen lediglich die nach Ecoland verarbeiteten Rohstoffe entsprechend gekennzeichnet werden.
Es gibt eine Negativliste für Verarbeitungsverfahren sowie eine Positivliste für Verpackungen bestimmter Produktgruppen.



Details verbergen für Gäa e.V.Gäa e.V.

Der Verband, dessen Name aus der altgriechischen Mythologie stammt und „Urmutter Erde“ bedeutet, wurde 1988 in der ehemaligen DDR gegründet.
Auch der Gäa-Verband hat soziale Gerechtigkeit in seinen Richtlinien verankert, zudem gibt es im Vergleich zur EU-Öko-Verordnung verbindliche Regelungen und Vorgaben zu Ressourcen-, Umwelt- und Naturschutz.
Bei den Düngemitteln ist Gülle und Geflügelmist aus konventionellem Anbau generell nicht zugelassen. Der Zukauf von organischem Dünger ist begrenzt. Tiermehle sind verboten.
Im Pflanzenschutz ist Kupfer begrenzt zulässig. Im Bereich des Saatguts sind keine Hybriden zugelassen, die aus Zellfusionen hervorgegangen sind.
Die Fruchtfolge muss mindestens 20 % bodenaufbauende Kulturen aufweisen (z.B. Leguminosen, Gründüngung, usw.), um auf natürliche Art die Qualität des Bodens zu fördern.
Die Tieranzahl pro Hektar Fläche liegt, wie bei den meisten Anbauverbänden, unter den Eu-Vorschriften.
Rinder, die von konventionellen Höfen zugekauft wurden, können nicht unter dem Gäa-Siegel vermarktet werden.
50% des Futters für alle Tiere muss vom eigenen Hof stammen. Bei den Futtermitteln sind nur wenige konventionelle zugelassen, Futtergetreide, Grünfutter und Körnerleguminosen müssen immer aus ökologischem Anbau stammen. Generell verboten ist Fischmehl und Futtermittel aus Übersee. Ganzjährige Silagefütterung ist verboten.
Es existiert eine verbindlich festgelegte Besatzdichte.
Zurzeit existiert noch eine Übergangsregel, die bei der Verarbeitung bestimmter Lebensmittel natürliche Aromen zulässt. Generell nicht zugelassen sind Pökelstoffe in der Fleischverarbeitung.
Vollkornprodukte müssen einen Anteil von 100 % Vollkorn haben. Ebenso müssen Teigwaren, die nicht vollständig ohne Ei hergestellt wurden, als solche gekennzeichnet werden.



Details verbergen für Verbund ÖkohöfeVerbund Ökohöfe

Dieser Verband ist am stärksten in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen vertreten. Durch eine Kooperation mit Verbund Ökohöfe Nordost e.V., der durch dasselbe Logo gekennzeichnet ist, werden auch Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern betreut.
Die Richtlinien des Verbandes gehen in folgenden Punkten über die EU-Öko-Verordnung hinaus:
Als Dünger sind weder konventionelle Gülle, konventioneller Hühnermist noch Tiermehle zugelassen. Im Getreideanbau dürfen keine Hybriden und Sorten, die aus Zellfusionen entstanden sind, angebaut werden. Der Mist von Tieren, die Gentechnikfutter erhalten haben, darf nicht verwendet werden. Die Anwendung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel ist begrenzt. Das Futter für alle Tierarten muss zu mindestens 50 % vom eigenen Betrieb stammen.


Quellen und Tipps zum Weiterlesen:

http://ec.europa.eu/agriculture/organic/home_de
http://www.biosiegel.de
http://www.bioland.de
http://www.naturland.de
http://www.demeter.de
http://www.biokreis.de
http://biopark.de
http://www.besh.de/ecoland
http://www.gaea.de
http://www.verbund-oekohoefe.de/
http://www.allesoeko.net
http://www.nachhaltigkeitsrat.de/
http://www.nachhaltige-landwirtschaft.info/
http://www.bioeinkaufen-rlp.de/
http://www.oekolandbau.rlp.de







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