Schulverpflegung: Chance für regionale Produkte

Die Einrichtung der Mittagsverpflegung ist oft Anstoß, über ein stimmiges Ernährungs- und Verpflegungskonzept für die gesamte Schule nachzudenken. Eine zukunftsorientierte Schulverpflegung bietet die Chance, pädagogische, gesundheitliche und umweltverträgliche Ziele sinnvoll zu verknüpfen. Von vielen Schulen oder Eltern wird der Einsatz ökologischer und regionaler Produkte gewünscht.

Auch in den „Qualitätsstandards für die Schulverpflegung“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) finden Aspekte der Nachhaltigkeit und Umweltschonung Berücksichtigung. So wird, besonders bei Obst, Gemüse und Kartoffeln der Einsatz von regionalen und saisonalen Produkten empfohlen.

Wichtige Themen bei der Umsetzung sind:
  • Wie sieht es mit den Kosten aus?
  • Wo finde ich geeignete Lieferanten?

In allen Regionen Deutschlands ist ein breit gefächertes Angebot an regionalen Lebensmitteln vorhanden. Auch in Rheinland-Pfalz haben sich einige landwirtschaftliche Direktvermarkter oder regionale Vermarktungsinitiativen darauf spezialisiert, Großverbraucher mit frischen Produkten zu beliefern (siehe Links)
Regionale Produkte sind nicht nur frisch und gesund – durch ihren Einsatz wird das Bewusstsein der Schüler für Heimat, Umweltschutz, natürliche Ressourcen und Klima gefördert.

Für die Umsetzung eignen sich besonders die Frisch- und die Mischküche, in denen die Speisen direkt vor Ort zubereitet werden. Der Einsatz regionaler Produkte ist gut machbar, weil die Entscheidung für den Einkauf vom Küchenteam mitbestimmt wird.
Dennoch sollten auch Catering-Unternehmen, die die Schulen mit vorgefertigten Speisen beliefern, auf die Möglichkeit angesprochen werden, einen Anteil regionaler Produkte einzusetzen. In der Ausschreibung per Leistungsverzeichnis kann ein gewisser Anteil regionaler Produkte eingefordert werden. Bei Tiefkühlmenüs oder Kühlkost können selbst zubereitete Beilagen aus der Region stammen.

Ein leckeres und zugleich gesundes Angebot kann ebenfalls bei der Pausenverpflegung realisiert werden. Meist sind es nur kleine Schritte und Kinder und Jugendliche werden auch zwischendurch mit frischem Obst und Gemüse oder Milchprodukten aus der Region versorgt. Frische Säfte sind in Mode und können zumindest saisonal (z.B. Apfelsaft von Streuobst-Initiativen) angeboten werden.

Regionale Produkte sind Premium-Produkte, deren höhere Qualität vergütet werden muss. Dies rückt die Themen Kosten und Preis in den Focus. Da es aufwändiger sein kann, regionale Produkte zu ordern und sachgerecht zu verarbeiten, können regionale Schulessen etwas teurer sein. Erfahrungsgemäß sind Eltern bei einem verstärkten Einsatz von frischen Produkten jedoch bereit, etwas mehr zu zahlen.




Tipps, um regionales Schulessen erfolgreich anzubieten:

Vollständiger Bezug einzelner Produktgruppen, z.B. Kartoffeln, Möhren, mit festen Lieferbeziehungen bringt Vorteile im Bezug (Mengenrabatt, Vertragsanbau).

In der Haupterntezeit sind Saisongemüse und –obst aus der Region besonders preisgünstig

Wegfall des Zwischenhandels bringt Ersparnis

Einkaufsgemeinschaften mit anderen Schulen reduzieren den Bezugspreis

Änderungen im Speiseplan, z.B. kleinere Fleischportionen schaffen finanziellen Spielraum

Pfiffige Rezeptideen und Aktionswochen fördern die Akzeptanz



Projekte in anderen Bundesländern (z.B. FrankFOOD) haben nachgewiesen, dass ein durchschnittlicher Regionalanteil von 25% erreichbar ist und das sogar zu geringen (0,10 €) oder ohne Mehrkosten! Besonders die Salatbar wurde von den Schüler/innen gut angenommen. Begleitender Unterricht und Projekttage zu den Themen Ernährung und regionale Landwirtschaft förderten die Akzeptanz des eigenen Schulessens.

Regionale Qualitätsprodukte haben in Zukunft eine Chance in der Schulverpflegung.
Fachkräfte der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beraten Schulen, die ihr Verpflegungsangebot regional ausrichten möchten.


Interessante Links:

www.regionalmarke-eifel.de
www.pfaelzer-grumbeere.de
www.hunsrueck-marketing.de
www.heimat-schmeckt.de
www.streuobst.rlp.de





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