Hitze- und Trockenschäden im (Silo-)Mais - Was tun?

Stand: 08/01/2018

Ernte und Konservierung:


Die Häcksellänge sollte aufgrund der z.T. schon abgestorbenen Pflanzenteile unter 10 mm liegen (6 - <= 10 mm).
Bei der Einlagerung ins Silo ist auf ausreichende Verdichtung zu achten. Ziel ist eine Verdichtung von mehr als 270 kg TM/cbm. Das dafür notwendige Walzgewicht errechnet sich nach folgender Formel: Erntemengen in t / Stunde dividiert durch 4. Beispiel: 60 t Erntegut / Stunde / 4 = 15 t Walzgewicht. Nach Befüllen des Silos muss selbiges umgehend abgedeckt werden. Das Häckselgut ist mit 20 % Restzucker sehr zuckerreich. In Verbindung mit schlechter Verdichtung und Sauerstoffeintritt aufgrund verzögerter Abdeckung ist das Risiko von Nacherwärmung sehr hoch.
Der Einsatz von Siliermitteln wird deswegen dringend empfohlen. Neben Nacherwärmung kann auch alkoholische Gärung zum Problem werden. Beides verhindert man am sichersten durch den Einsatz von chemischen Siliermitteln auf der Basis Kaliumsorbat, Natriumbenzoat, Natriumpropionat oder aus Mischungen dieser Substanzen. Chemische Siliermittel sind zwar teurer, wirken aber vor auch in den kritischen Bereichen unterhalb von 25 % TS bzw. oberhalb von 40 % TS.
(Quelle: Informationsdienst Nr. 30 vom 26.07.2018, Milch- und Rinderproduktion – MIR, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Dr. Klaus Hünting)
Je nach TM-Gehalt des Erntegutes fallen unterschiedliche Mengen an Sickersaft an (zwischen 75 und 200 l je cbm Lagerraum). Die Lagerung in einer Feldmiete scheidet daher aus. Empfehlung: TM-Gehalt bestimmen und gegebenenfalls Sickersaft auffangen über z.B. Stroh oder trockene Grassilage (> 40 % TS-Gehalt).
Die Fa. Bitburger Biertreber bietet auch die Silierung im Folienschlauch an. Die Kosten betragen für einen kleinen Schlauch mit 2 – 2,8 t Inhalt pro laufendem Meter 18 € / m. Bei einem großen Schlauch mit 3,5 – 4,2 t pro laufendem Meter liegen die Kosten pro laufendem Meter bei 25 €. Der Schlepper für die Presse kostet 65 € / Stunde.

Einsatz in der Fütterung:


Die Nährwerte von kolbenlosen Maissilagen liegen mit Energiegehalten zwischen 4,6 und 5,5 MJ NEL bzw. 9 und 14 % Rohprotein auf dem Niveau einer schwachen Grassilage (s. Tabelle 1). Der Rohfasergehalt variiert zwischen 29 und 37 %.

Tabelle1: Nährwerte von „kolbenlosen“ Maissilagen (n = 8 Proben)
TS in %
Asche g/kg TS
Protein g/kg TS
Rohfaser g/kg TS
Zucker g/kg TS
Stärke g/kg TS
NEL MJ/kg TS
Mittel
23,1
84
112
319
29
20
5,1
Min.
20,2
64
88
289
6
8
4,6
Max.
26,1
116
139
367
59
41
5,5
Maissilagemittel zum Vergleich
31,0
47
85
210
15
280
6,4
Quelle: Cultiventmail (KWS) vom 25.07.2018

Andere Quellen kommen zu vergleichbaren Zahlen.

Tabelle 2: Nährwerte von „kolbenlosen“ Maissilagen, Restpflanze grün bzw. vertrocknet


Quelle: Informationsdienst Nr. 30 vom 26.07.2018, Milch- und Rinderproduktion – MIR, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Dr. M. Pries, M. Bothe, FB Tierhaltung

Einsatzempfehlung:


Kolbenlose, vertrocknete Silagen sind für Rationen von Hochleistungskühen wenig geeignet. Für solche Silagen bietet sich der Einsatz in der Trockensteher- und Jungviehfütterung (nach dem 1. Lebensjahr) an, wenn keine Nacherwärmung oder alkoholische Gärung vorliegt.
Tipp: Wenn Sie kolbenlose Maissilagen auf ihren Futterwert untersuchen lassen, sollte Sie unbedingt auf dem Analysenauftrag vermerken, dass es sich um eine kolbenlose Maissilage handelt. Die Untersuchung muss gegebenenfalls nasschemisch durchgeführt werden.





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