Pflanzenschutz - Was ist zu beachten?

Stand: 07/04/2017
An dieser Stelle soll es weniger um die praktische Durchführung von Pflanzenschutz im ökologischen Landbau gehen als viel mehr um die rechtliche Seite. Dabei sind verschiedene Aspekte zu betrachten.

Zunächst einmal ist logisch, dass im ökologischen Landbau die bekannten konventionellen bzw. chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel nicht erlaubt sind. Dennoch stehen auch der Öko-Landwirtin/ dem Öko-Landwirt einige Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Deren Wirkstoffe sind im ökologischen Landbau gemäß eine Positivliste erlaubt (Anhang II der EU-Öko-Durchführungsverordnung). Bekannteste Vertreter sind sicherlich die kupferhaltigen Mittel gegen Pilzkrankheiten. Auch wenn es sich hier um alternative Wirkstoffe handelt, sind es dennoch zugelassene Pflanzenschutzmittel im Sinne des Gesetzes.

Dieses wiederum unterscheidet nicht in "konventionelle" oder "ökologische" Mittel. Also muss auch die Öko-Landwirtin bzw. der Öko-Landwirt entsprechend sachkundig sein (Sachkundenachweis), wenn er diese Mittel auf seinen Flächen einsetzen möchte. Ebenso gilt, dass das Gerät, mit dem die Mittel ausgebracht werden, entsprechend regelmäßig geprüft wird. Der so genannte Geräte- oder Spritzen-TÜV ist also nach wie vor notwendig. Davon ausgenommen sind die Präparate des biologisch-dynamischen Landbaus (Anbauverband Demeter). Hier sind weder Sachkunde noch Geräte-TÜV erforderlich.

Da die Anwendung der konventionellen Pflanzenschutzmittel nicht mehr zulässig ist, dürfen diese auch nicht mehr im Öko-Betrieb gelagert werden. Sie sind also mit Beginn der Umstellung aus dem Betrieb zu entfernen (Übergabe an sachkundige konventionelle Berufskollegen die diese Mittel benötigen oder aber fachgerechte Entsorgung). Eine Anwendung ist übrigens auch nicht mehr zulässig z.B. um Wildschutzzäune frei zu halten!





Christian.Cypzirsch@dlr.rlp.de     www.Oekolandbau.rlp.de drucken nach oben